Welchen Beitrag leistet die Landwirtschaft zur Energiewende?
Wie sorgen Stoffkreisläufe für gesunde Böden und Nahrungsmittel? Mit welchen
Strategien fördert das Land die Entwicklung von Biogas, Bioökonomie, Agri-PV, Agroforst und Windkraft im ländlichen Raum? Um den aktuellen Stand zur Produktion und Nutzung von Energie und nachwachsenden Rohstoffen zu erfahren, habe ich mich mit einem Antrag an die Landesregierung gewandt.
Zum Antrag: Drucksache 17 / 10114
Die Antwort beweist: Die Landwirtschaft leistet große Beiträge. Klar ist: Die Energie- und Rohstoffwende kann Jobmotor im Land sein und Bäuerinnen und Bauern ein weiteres Einkommens- standbein bieten.
Biogas, Biomasse, Bioökonomie
Viele Aspekte zeigen: Biogasanlagen brauchen wir auch in Zukunft! Eine Übersicht aller Anlagen in BW soll den Gemeinden künftig als Grundlage der kommunalen Wärmeplanung dienen. Böden und Biodiversität profitieren von der Aussaat von Zwischenfrüchten und ausgebrachten Reststoffen der Anlagen. Nicht zu vernachlässigen: Die Verarbeitung von Rohstoffen wie Stroh und andere Fasern zu neuen Produkten bietet große Chancen für Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Bei der Wärmeproduktion leisten Biomasse und Biogas aktuell den wesentlichsten Beitrag im Sektor der Erneuerbaren.
Agri-PV
Der PV-Anteil ist aufgrund verbesserter Effizienz in Verbindung mit geeigneten Flächen seit 2023 deutlich gestiegen und könnte noch weiterwachsen. Für mich ganz wichtig: PV auf Ackerland mag rentabler als die reine Nahrungsmittelproduktion sein, doch muss gutes Ackerland gerade in Zeiten des Klimawandels zuerst der Erzeugung von Lebensmitteln dienen. Agri-PV bietet die sinnvolle Kombination: die Ernte von Sonne und Lebensmitteln.
Agroforst
Aufgrund zunehmender Häufigkeit und größerer Ausmaße von Wetterextremen kann Agroforst zur Klimaanpassung landwirtschaftlicher Betriebe beitragen. Böden werden vor Erosion geschützt, Wind gebremst, Kohlenstoff gespeichert und die Artenvielfalt erhöht. Dies Alles trägt zum Klimaschutz bei. Hier sehe ich noch großen Unterstützungsbedarf durch das Land und den Bund in der kommenden Legislatur.
Windkraft
Baden-Württemberg hat bereits viel erreicht: Im Jahr 2024 produzierten Windenergieanlagen in Baden-Württemberg 3.146 GWh Strom bei einer installierten Leistung von 1.886 MW – mehr als das Ziel vorsah.